
Jana Revedin gehört zu den faszinierendsten Frauen unserer Zeit – und darüber hinaus. Die Architekturtheoretikerin, Professorin und Schriftstellerin spricht und publiziert in fünf Sprachen fliessend, liest Fachliteratur mühelos in weiteren Sprachen und lebt in Venedig. Einer Stadt, die sie bereits einmal literarisch verzaubert hat: mit der Geschichte eines armen Zeitungsmädchens, das sich in einen Conte verliebt und schliesslich das älteste Filmfestival der Welt erfindet – erzählt in ihrem Roman Margherita.
Auch ihr neu erschienener Roman „Die Gärtnerin von Venedig“ macht diese einzigartige Stadt erneut zum eigentlichen Hauptakteur. Revedins Sprache ist Architektur und Poesie zugleich – präzise gebaut und zugleich von grosser Leuchtkraft.
Die junge Eri, eine Gärtnerin von der schwäbischen Alb – wie so viele Figuren Revedins inspiriert von realen Lebensgeschichten – findet nach dem Tod ihrer Mutter eine Stelle in Venedig. Dort arbeitet sie in einem ambitionierten europäischen Projekt zur Wiederbepflanzung und ökologischen Pflege der Lagune. Es ist eine Geschichte über Herkunft und Verlust, über weibliche Selbstbehauptung und über die Frage, wie Menschen – wie Pflanzen – ihre Wurzeln neu schlagen können.
Im Gespräch mit Jana Revedin wird schnell klar: Architektur, Literatur und Leben gehören für sie untrennbar zusammen.
Vielleicht liegt genau darin das Geheimnis ihrer Bücher – sie bauen Räume aus Sprache, in denen Menschen wieder lernen, sich selbst und die Welt neu zu verstehen.

