Jana Revedin – Porträt von Martin Rauchenwald.

Jana Revedin gehört zu den faszinierendsten Frauen unserer Zeit – und darüber hinaus. Die Architekturtheoretikerin, Professorin und Schriftstellerin spricht und publiziert in fünf Sprachen fliessend, liest Fachliteratur mühelos in weiteren Sprachen und lebt in Venedig. Einer Stadt, die sie bereits einmal literarisch verzaubert hat: mit der Geschichte eines armen Zeitungsmädchens, das sich in einen Conte verliebt und schliesslich das älteste Filmfestival der Welt erfindet – erzählt in ihrem Roman Margherita.

Auch ihr neu erschienener Roman „Die Gärtnerin von Venedig“ macht diese einzigartige Stadt erneut zum eigentlichen Hauptakteur. Revedins Sprache ist Architektur und Poesie zugleich – präzise gebaut und zugleich von grosser Leuchtkraft.

Die junge Eri, eine Gärtnerin von der schwäbischen Alb – wie so viele Figuren Revedins inspiriert von realen Lebensgeschichten – findet nach dem Tod ihrer Mutter eine Stelle in Venedig. Dort arbeitet sie in einem ambitionierten europäischen Projekt zur Wiederbepflanzung und ökologischen Pflege der Lagune. Es ist eine Geschichte über Herkunft und Verlust, über weibliche Selbstbehauptung und über die Frage, wie Menschen – wie Pflanzen – ihre Wurzeln neu schlagen können.

Im Gespräch mit Jana Revedin wird schnell klar: Architektur, Literatur und Leben gehören für sie untrennbar zusammen.

Vielleicht liegt genau darin das Geheimnis ihrer Bücher – sie bauen Räume aus Sprache, in denen Menschen wieder lernen, sich selbst und die Welt neu zu verstehen.

Die „Gärtnerin von Venedig“ ist schon auf Platz 4 der Bestsellerlisten – März 2026. Wir gratulieren!

Es gibt zwei Korrekturen, die in der Tonspur unglücklicherweise nicht zu beseitigen sind:

Minute 10,45: Eugenia Errázuriz ist die Heldin vom 3. Roman „Flucht nach Patagonien“ (die Mäzenin von Jean-Michel Frank), die Mutter aber ist die Heldin vom 4. Roman „Der Frühling ist in den Baumen“ – das ist im Schnitt missverständlich.

Minute 16: Das Ernst Bloch Zitat zur Heimat aus „Das Prinzip Hoffnung“ ist nicht vollständig auf der Tonspur. Hier vervollständigt: „Was allen in die Kindheit schien und worin noch niemand war: Heimat.“